Ouverture: ‘Complete success!’ [German]

Reagenz
Ouverture – Das Klassik-Blog, May 2015

Drei Trompeten, zwei Posaunen, Bassposaune und Tuba—in dieser Besetzung musiziert das Blech bläserseptett Septura. Nun legen die Musiker ihre zweite CD vor—diesmal spielen sie Barockmusik, und auch damit können sie begeistern. Simon Cox und Matthew Knight, die künstle- rischen Leiter des Ensembles, haben erneut ebenso clevere wie klangschöne Arrangements für ihre Kollegen geschrieben. Auf Originale konnten sie nicht zurückgreifen, „there is no sustained body of brass chamber music for the simple reason that the instruments were not technically advanced enough“, merkt Knight im Beiheft an. „More than a centure before the invention oft the valve, trumpets were limited to the basic tonics and dominants of the harmonic series in all but thier highest range. So we turn a genre that often featered brass, but only in the context of a subservient pit-dwelling orchestra: Opera.“

Das sei gar nicht so einfach gewesen, meint Knight. Zwar seien selten mehr als vier Instrumente erforderlich, um alle erforderlichen Stimmen zu spielen. Eine Herausforderung sei es aber gewesen, die große Vielfalt der Klangfarben eines barocken Orchesters in Arrangements für Bläserensemble so zu berücksichtigen, dass das Ergebnis überzeugt. Wer die Aufnahmen anhört, der wird sehr bald feststellen, dass in diesem Falle die Quadratur des Kreises gelungen ist—durch einen sehr freien Umgang mit dem Original, was hier wiederum erstaunlich dicht zurück an die barocke Substanz führt.

Es erklingen eine Suite aus der Oper Dardanus von Jean-Philippe Rameau, A Mournful Masque aus John Blows Oper Venus and Adonis, Musik aus The married Beau or The curious Impertinent Z 603 von Henry Purcell sowie eine Suite aus Händels OperRinaldo. Die CD, die mit dem berühmten Lascia ch’io pianga endet, dürfte beim Publikum erneut Begeisterung auslösen. Die Musiker des britischen Septetts, dem Solisten des London Symphony Orchestra, Philharmonia Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra und City of Birmingham Symphony Orchestra angehören, begeistern mit Virtuosität und Spielfreude. Tonmeister dieser Aufnahme war übrigens Phil Rowlands, dreifach für den Grammy nominiert und derzeit einer der besten Experten Großbritanniens. Rundum gelungen! © 2015 ouverture – Das Klassik-Blog